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Der Lutherwein

Ein König der Weine ...

 ... und ein Wein für Könige!


1653 erwarben die Esterhàzys den Herrschaftsbesitz der Freiherrn von Leisser. Der Keller wurde in der Folge als zentraler Lagerraum aller Esterhazyschen Guts- und Zehentweine ausgebaut. Sogar die Weine aus dem Stammschloß Esterhaza wurden nach Donnerskirchen gebracht, weil sich die Weine "in den muffigen und feuchten Gewölben von Esterhaza" nicht richtig entwickeln konnten.

Aus dieser Zeit stammt die Geschichte vom Lutherwein. Fürst Paul Esterhàzy selbst hat diesem Wein ein bleibendes Denkmal gesetzt, als er 1687 befahl, nachstehende Inschrift in ein Faß zu schnitzen:

"Der Wein dieses Fasses wurde im Gebirge von Donnerskirchen im Jahre 1526 gelesen. Er gehörte der Familie Gruber; die dieser nachfolgende Familie Laizer ließ ihn im Jahre 1575 in ein neues Faß füllen. Nachdem der Edelhof im Jahre 1653 von dieser Familie gekauft worden war, wurde der Wein hierher in die Burg Forchtenstein geführt und schließlich im Jahre 1687 auf Befehl des Fürsten des Heiligen Römischen Reiches und Palatin des Königreiches Ungarn Paul Esterhàzy in dieses dritte Faß gefüllt."

Immer wenn zu festlichen Anlässen der Wein aus einem dieser Fässer entnommen wurde, füllte man die gleiche Menge mit ausgekochten Kieselsteinen wieder auf, um ein Oxidieren zu vermeiden. Den letzten Tropfen des legendären Weines verkostete man im Jahre 1852 auf Burg Forchtenstein. Somit erfreute dieser erste urkundlich erwähnte Prädikatswein 326 Jahre lang viele Generationen von Genießern.

Der Historiker F. Borgorschek versuchte damals den Wert des Weines mit Zins und Zinseszinsen festzusetzen. Er kam zu einer Riesensumme von 1.447.176 Gulden für eine Halbe (0,906 Liter), was einer heutigen Pärität zwischen 30 und 40 Millionen Schilling entspräche.

Die Bezeichnung "Lutherwein" fußt sicherlich auf der Tatsache, daß sich die Donnerskirchner besonders hartnäckig zum Luthertum bekannten und erst unter der Androhung katholisch gemacht werden konnten, daß sie Haus und Hof verlieren und nicht auf dem herrschaftlichen Gottesacker begraben würden, wenn sie weiterhin an ihrem Glauben festhielten.

Auch heute kann man kunstvoll geschnitze Holzfässer im Gutskeller - das Luther-, das Haydn- oder das World Champion-Weinfaß - bewundern. Sie sind nicht nur ein Genuß für das Auge, als Zeugen gediegener Handwerkskunst, sondern nach alter Tradition auch mit feinsten, kostbaren Weinen gefüllt.

Alte Raritäten (28 K)Lutherwein-Faß (58 K)Lutherwein-Faß Detail (133 K)Der kostbare Lutherwein (27 K)

Der Lutherwein 1976:

Welschriesling Trockenbeerenauslese
Gutskellerei Donnerskirchen
Weinbaugebiet Neusiedlersee-Hügelland
9 % vol. Alkohol, 183,7 g/l Restzucker, 7,2 g/l Säure

Strahlendes Dunkelgold funkelt im Glas; vielschichtige Aromatik besticht die Nase. Ein Bukett, das mit jeder Minute eine Wandlung vollzieht - Assoziationen an Tee, Anklänge von Botrytis, verwoben mit Waldhonigtönen, faszinierend und opulent.

Am Gaumen überrascht Frische, die von zarter Kohlensäure noch ein wenig unterstützt wird. Die Säure verleiht dieser natursüßen Kreszenz perfekte Harmonie, der imponierende Restzuckergehalt wirkt tänzerisch-leichtfüßig.

Eine klassisch-österreichische Trockenbeerenauslese, die alle positiven Elemente eines leichtgewichtigen, säurereichen Prädikatsweines mit Anklängen der hochedlen Tokajer Essenzen harmonisch vereint. Die zeitlose Eleganz läßt auf die weitere Reife gespannt sein.